Reisen Sie eigentlich auch gerne in fremde Länder? Also ich kann Ihnen das nur empfehlen. Denn Reisen bildet nicht nur ungemein, Reisen bietet auch eine reiche Ausbeute an Ideen und Anregungen für das Geschäftsleben. Und davon sollte ein erfolgreicher Bestattungsunternehmer ja eigentlich nie genug bekommen können. Oder?
Wir kennen das alle. Im Alter werden viele bislang eher ungemütliche Zeitgenossen auf einmal sanft und freundlich. Altersmilde nennt man das. Denn wenn der Tod näher rückt, möchte keiner die noch verbleibende Zeit mit Zank und Streit verbringen. So weit, so gut.
Hach war ich froh, endlich Feierabend, ich musste nur noch die Traueranzeige der netten alten Dame aus der Bachstraße fertig tippen und dann ab nach Hause. Gut, wenn man kompetente Mitarbeiter hat, die für einen auch mal den Bereitschaftsdienst übernehmen. Eigentlich geb ich ungern das Bereitschaftshandy ab, aber es gibt Abende, da geht kein Weg daran vorbei. So wie an jenem Abend im September.
Ich weiß nicht, wie andere das sehen. Aber ich bin der Meinung: man kann nicht alles erlernen. Für manche Dinge braucht man Begabung und Talent. Da kann man noch so viele Bücher lesen, üben oder praktische Erfahrungen sammeln.
Es gibt so Tage, da kommt alles zusammen. Zur ohnehin schon schlechten Laune gesellen sich ein streikender Drucker, ein lascher Kaffee und ein sogenannter Dienstleister, der zur falschen Zeit am falschen Ort erscheint. Guten Tag! Sie wünschen? Ich suche Herrn Krawuttke. Steht vor Ihnen. Ah, das freut mich. Schmidthuber mein Name. Angenehm.
Mein Vater - Gott hab ihn selig - sagte immer zu mir: Alle Menschen sind Schauspieler – der eine kann es besser, der andere schlechter. Recht hatte er – wie immer. Es gibt im Leben so viele Rollen, die man spielen muss. Nicht viel anders als ein professioneller Schauspieler lerne ich meinen Text und bereite mich auf Auftritte vor.
Man darf gar nicht erst anfangen zu denken, dass es eigentlich nicht noch schlimmer kommen kann. Finanz- und Wirtschaftskrise, Opel, Karstadt, der Vulkan und die Griechen. Was kann uns da noch schocken? Doch die Frage heißt nicht: was, sondern wer? Wer ist noch bedrohlicher als ein Börsencrash, ein Tsunami oder ein freilaufender und bissiger Dobermann? Für einen echten Krawuttke gibt es nur...
Vor einiger Zeit wurde ich vom Bürgermeister unseres Ortes gebeten, einen Vortrag zum Thema Bestattungen zu halten. Als Inhaber eines seit mehreren Generationen betriebenen Beerdigungsinstituts würde ich, so die schriftliche Anfrage, als Experte auf diesem Gebiet angesehen. Der Vortrag solle fremde Bestattungsriten, speziell die buddhistischen, behandeln.
Bis vor Kurzem hatte ich keinen Zweifel daran, dass ich der geborene Verkäufer bin und meine Kunden problemlos um den Finger wickeln kann. Dass das nicht so ist, erklärte mir vor wenigen Wochen Herr Schwarz, seines Zeichens Experte für Rhetorik- und Verkaufsseminare. Er überredete mich dazu, bei ihm einen Workshop zu belegen. „Selbst alte Profis wie Sie“, schmeichelte er mir, „können immer noch...
Vor einigen Monaten kam Frau Wenzel zu uns. Ihr Ehemann sei verstorben und aufgrund ihrer finanziellen Lage – an dieser Stelle hüstelte sie verlegen – wünsche sie eine möglichst kostengünstige Beisetzung. Trotzdem sei sie bewusst nicht in eines der Bestattungs-unternehmen gegangen, die mit extrem billigen Bestattungen werben.
Auch als Bestatter muss man – wie meine Kinder es formulieren würden – immer „up to date“ sein. Deswegen habe ich mich bereits vor einigen Jahren mit der Technik des Einbalsamierens auseinandergesetzt, obwohl ich zugeben muss: So ganz freiwillig geschah das auch nicht …
Als Bestattungsunternehmer hat man ja zwischendurch immer mal wieder Zeit, über – ich nenn es mal – grundsätzlich Alltägliches nachzudenken. Als ich also neulich mal wieder so aus dem Geschäftsfenster schaute und sinnierte, stellte ich mir die Frage, warum ich denn eigentlich Bestatter geworden bin? Nach kurzem Nachdenken musste ich feststellen, dass ich mir diese Frage eigentlich noch nie...
Als Bestatter erlebt man ja so einiges – die unglaublichsten Todesursachen, Familiengezänk der besonderen Art, bewegende Geschehnisse oder auch sehr kuriose Wünsche für Trauerfeiern … da habe ich schon einiges mitgemacht, das können Sie mir glauben. Aber was ich jetzt vor Kurzem erlebt habe, übertrifft alles ...
Kennen Sie das auch? Man rackert sich ab, ist 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche für das Geschäft da, kämpft um jeden Kunden, ist immer höflich, seriös und vor Ort eine feste Größe – man kann mit Recht stolz auf das sein, was man sich erarbeitet hat.
Als Bestatter ist man Dienstleister durch und durch. Wir sind ja keine Totengräber, sondern Wegbegleiter im Trauerfall. Die Angehörigen seriös und kompetent zu beraten, deren Wünsche aufzugreifen und umzusetzen – das ist unser Geschäft.
Als Bestattungsunternehmer hat man es heutzutage nicht leicht. Dabei dachte ich immer, unser Gewerbe wäre so krisensicher wie kein zweites. „Gestorben wird immer“, sagte schon mein Großvater. Da kann man nichts gegen sagen, dachte ich mir. Wenn es eine Wahrheit gibt, dann diese. Und bisher war es auch immer so. Wilhelm Krawuttke Bestattungen, Tradition seit 1930 – das ist hier vor Ort seit...





